Feldarbeit mit Gabe

Ich sitze gerade am Middle Fork Sproul Creek und warte bis unser Driftnetz für zwei Stunden aquatische Insekten aus dem Fluss gesammelt hat. Es ist unser letzter Tag im Feld für diesen Ausflug.

Google Map

Wir waren vier Tage im Feld und haben hart gearbeitet wie Ackerpferde. Jeden Tag an einem anderen Fluss. Ich habe sehr viel über Ökologie gelernt. Flussökologie. Wir haben immer zuerst fünf Transekte ausgewählt und deren Flusstiefe und Fliessgeschwindigkeit bestimmt. Dann haben wir an vielen verschiedenen Stellen gemessen, wieviele Algen es hat und wieviel Photosynthese die betreiben. An den gleichen Stellen haben wir auch aquatische Insekten gefangen und mitgenommen. Dann haben wir mit Elektrofischen, Fliegenfischen und Schnorcheln möglichst viele Fische gefangen. Diese wurden dann gleich an Ort und Stelle betäubt, gemessen, besendert und sie mussten uns einiges hergeben: Gewebeproben, Schuppen, Mageninhalt und Stuhl. Jeweils am Abend haben wir dann für zwei Stunden unsere Driftnetze aufgestellt und ein Kamerasystem installiert um die Fische zu filmen und zu messen wieviel Futter den Bach hinunterfliesst.

Ich bin ganz glücklich. Die Umgebung hier ist wunderschön. Es hat überall Giant Redwoods. Meine neuen Baumfreunde. Ich habe Chinook salmon, Coho salmon und neben den Regenbogenforellen auch ein paar Steelheads gefangen. Die Arbeitsgruppe ist sehr angenehm. Wir sind fünf Leute und jeder ist voll bei der Sache. Wir arbeiten jeweils bei Tageslicht, d.h. früh auf und spät underi. Gegessen haben wir unsere Snacks. Das Projekt ist ein Teil von Gabriel Rossi’s Doktorarbeit. Eine Bachelorstudentin – Shelley – war dabei, die werden hier ‚undergrads’ genannt, und zwei Doktoranden, Suzanne und Brian. Shelley ist auf aquatische Insekten spezialisiert. Sie ist ein absoluter Profi in deren Bestimmung. Brian’s Fachwissen liegt in Geologie und Hydrologie. Suzanne und ich untersuchen diesen Sommer die verschiedenen Lebensformen der Regenbogenforelle. Die Stimmung war richtig gut obwohl wir kaum geschlafen haben. Heute morgen früh sind wir zum Abschluss in eine Stadt gefahren und haben fett Zmorgen gegessen mit Omeletten, Speck, Avocados, Eiern und Bohnen. Und viel Kaffee. Danach waren wir parat für den letzten Tag.

Die ersten zwei Tag waren wir in Mendocino County und die letzten beiden in Humboldt County. Wir arbeiten mitten in der Wildnis. Es riecht die ganze Zeit nach Cannabis. Die Plantagen sind wohl nicht weit weg. Der letzte Fluss, den wir beprobt haben gehört zum Land eines Holzfällers. Er wird bald pensioniert und möchte sein Land verkaufen. Es würde ihn glücklich machen, das Land einer Naturschutzorganisation zu verkaufen. Er hat 1 Million Dollar dafür verlangt. Das hat sich herumgesprochen und eine Gruppe von Cannabis Bauern hat ihm nun 14 Millionen Dollar angeboten, falls er das Land ihnen verkauft.

Ich habe sehr viel gelernt. Es ist mir eine grosse Ehre, mit den Mary Power Leuten zusammenzuarbeiten. Ich habe auch einige Pläne für meine eigene Sommerfeldarbeit geschmiedet. Jetzt muss ich nur noch die Zeit und das Geld finden, um im Labor ein paar Tests durchzuführen bevor es richtig losgeht.

Poison Oak

Diese Pflanzen verteilen ein giftiges Öl auf das man sehr allergisch reagieren kann. Schlimmer als ein Bienenstich oder ein ganzer Ameisenhaufen!

 

Steelhead

Eine juvenile Regenbogenforelle die sich zum Steelhead verwandet – ein Smolt.

Coho – Silberlachs

Giant salmon – Riesen Lachs

Chinook – Königslachs

Der Fatometer!

Gabe besorgt unser Abendessen…

Immer diese Biologen

Das Nachtlager…

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