Big Sur Feldarbeit

Ich habe Feldarbeit in Big Sur gemacht. Zusammen mit Tommy Williams von NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) und seiner Gruppe. Landscape Ecology Group. Ich kann es selber immer noch kaum glauben. Das war nun schon seit mehreren Jahren mein Traum und jetzt hat es einfach stattgefunden.

Big Sur ist der schönste Ort den ich kenne. Diese Küstenregion ist magisch. Ich kann es gar nicht richtig beschreiben. Wenn ich dort bin, dann passiert etwas mit mir. Die Küste ist wild und das Meer ist rau. Momentan ist die einzige Strasse, Highway 1, gesperrt. Big Sur ist eine lange Bergkette die steil ins Meer abfällt. Es hat viel Nebel, der langsam über die Hügel schleicht. Wenn es lange trocken ist und dann viel regnet, dann gibt es viele Erdrutsche. Dieser Frühling war besonders schlimm. Jetzt ist der HWY1 zu, für mindestens ein Jahr! So mussten wir mit unseren grossen Autos durch das Salinas Tal fahren, dann durch ein Militärgebiet (Fort Hunter Liggett) und auf einer kleinen, kurvigen Strasse über die Berge durch den Los Padres National Forest. Salinas ist eines der produktivsten Ebenen in ganz Amerika, wenn nicht das Produktivste. Die Bauern da verdienen Milliarden. Die Erde ist fruchtbar, es hat viel Sonne und das Wasser nehmen sie vom Grundwasser. Den Fischen bleibt kaum eine Chance. Ich solle unbedingt die Bücher von John Steinbeck lesen. Ich möchte auch das Buch „Cadillac Desert“ von Marc Reisner empfehlen. Das muss man unbedingt lesen. Es geht darin um den Konsum von Wasser im Amerikanischen Westen.

Im Militärgebiet findet man eine aussergewöhnlich hohe Biodiversität. Übrigens auch einen der ältesten Eichenwälder im ganzen Land. Dann fährt man über die trockenen Hügel mit Kakteen und runter in die feuchte und magische Küste. Wir mussten für 2km auf dem HWY1 fahren. Diese Strecke wird jeweils am Morgen und am Abend einmal geöffnet, damit die wenigen Leute, die da wohnen rein und raus und die Kinder zur Schule gehen können. Als wir da gewartet haben, haben wir Maple Mike kennengelernt. Er bewacht die Absperrung. 7 Tage die Woche. 14 Stunden am Tag. Er spricht mit Eichhörnchen und mag Müesli Stengel mit Ahornsirup. Seine Tochter möchte Biologin werden. So hat Tommy sie eingeladen, einmal mit uns ins Big Creek Reserve zu kommen. Dort haben wir Feldarbeit gemacht. Es ist ein Park des UC (University of California) Systems. Genau wie der Angelo Park wo ich das letzte Mal war.

Big Creek Reserve

Tommy untersucht wie Fischpopulationen Änderungen in ihrer Umwelt wahrnehmen und darauf reagieren. Im Big Creek in Big Sur macht er eine Langzeitstudie. Jedes Jahr seit 12 Jahren fängt er Fische während drei verschiedenen Zeitpunkten im Jahr, dies alle 25m in einem Flusssystem von 7 Kilometern. Die Fische werden markiert (mit PIT tag), gemessen und wieder frei gelassen. Mit Sendern im Feld misst er kontinuierlich, wie sich die Fische bewegen. Mit seiner Rückfangmethode misst er, wie sich die Populationsgrösse und Dichte verändert. Die Fische seiner Studie sind Regenbogenforellen und Steelheads. Drum bin ich ja auch auf ihn gestossen. Ein zentrales Thema seiner Studien sind die verschiedenen Überlebensstrategien dieser Fische – ob sie ihr Leben lang im Fluss bleiben oder ins Meer wandern, gross und fett werden, und dann zurück kommen zum Laichen. Big Creek fliesst direkt ins Meer. Atemberaubend.

Diese Jahr hat es ganz viele YOY’s. Das sind Young Of the Year – Fische, die in diesem Frühling geboren sind. Das ist super für mein Projekt! Ich untersuche deren Symbiose mit Bakterien. Letzten Winter hat es nach Jahrzehnten von Dürre in Kalifornien richtig viel geregnet. Die Fische haben darauf reagiert.

Wir haben jedoch auch viele kranke Fische gefunden. Black spot disease. Das ist ein Parasit, ein Saugwurm. Er lebt in Unterwasser Schnecken. Diese werden von den Fischen gefressen. Diese werden wiederum von Vögeln gefressen. Die Vögel kacken in den Fluss und das wird dann von Schnecken gefressen. So schliesst sich der Kreis. Fische mit dieser Krankheit kriegen auffällige schwarze Flecken und können sich schlechter verstecken. Neascus

Neben den Forellen haben wir ab und zu auch eine Groppe (Cottus bairdii) gefangen. Die sind so herzig.

Ab und zu haben auch ein paar Orchideen geblüht. Diese hier sind speziell an Flüsse angepasst. Sie kommen nur hier an der Westküste Mexiko’s, Amerika’s und Kanada’s vor. Genau wie meine Regenbogenforellen.

Und natürlich die scheuen Pumas!

Irgendwie hat es mich traurig gestimmt, dass der HWY1 jetzt einfach zu ist. Man sieht da so viele schöne Sachen. Diesmal hatte es viele wilde Blumen in voller Blüte und auf der anderen Seite im Meer haben wir Seehunde, Delfine und Buckelwale im Vorbeifahren beobachtet. Das wollte ich alles meinem Mami zeigen. Da hinunter zu fahren ist meine schönste Erinnerung in Kalifornien. Mit einem Stop im Nepenthe Café. Beni war einmal dabei. Zum Glück.

Hier ein Blick aus der Dusche im Big Creek Reserve:

Ich versuche herauszufinden, warum mir dieser Ort so gefällt. Zum einen sind es wohl die wilden Mammutbäume. Die leben da. Viele von ihnen sind mehr als 2000 Jahre alt. Sie brauchen Feuer um zu keimen. Und sie brauchen Feuer, um andere Baumarten abzuwehren, denn nur sie überleben einen Waldbrand. Wenn ein Sturm oder ein Erdrutsch kommt, dann kippen sie in den Bach und sterben. Aber halt. Die Wurzeln bleiben meist erhalten und schon bald keim ein neuer Spross. Und lebt weiter. Dann wachsen sie schnell und riesig in den Himmel. Wie ganz stille Riesen. Ich liebe diese Bäume.

Ich kann es kaum glauben. Ich arbeite mit NOAA. Die Arbeit war sehr streng und man musste richtig fit sein. Ich habe mich wohl gefühlt. Für das nächste Mal, meint Tommy, soll ich meine kleine Familie mitbringen…

Alltag

Ja, es gibt gar nicht soviel zu erzählen, da ich in den letzten Wochen vor allem mit Bioinformatik und Bewerbungen schreiben beschäftigt war. Es läuft viel hier in unserem Alltag. Donny und ich versuchen gesund zu kochen und haben einen kleinen Garten. Bei der Arbeit läuft alles rund. Ich habe mich etwas mit anvi’o aus dem Meren lab auseinander gesetzt. Das hat viel Spass gemacht.

Link dazu

Donny’s Eltern waren hier zu Besuch und wir hatten es sehr schön.

Wir haben uns an das Leben hier gewöhnt. Ich bin gerne auf dem „Bulb“. Die Kinder spielen da und ich habe für die Kalifornische Autoprüfung gelernt.

Zusammenleben von Mensch und Wildtieren – Lü Zhi, Universität Peking

Heute war ich wieder einmal an einem Wildlife Seminar. Es atemberaubend. Spannend.

Professor Lü Zhi aus China hat über den Naturschutz in China referiert. Sie ist Professorin an der Universität in Peking, Vize-Präsidentin der Vereinigung für Frauen in der Wissenschaft in China und sie repräsentiert China im WWF. Dr. Lü hat für ihre Doktorarbeit 1984 Pandas studiert. Damals gab es noch keinen Naturschutz in China. Sie ist also sozusagen die Gotte vom WWF Logo!

Etwas über Dr. Lü

Wikipedia über Dr. Lü

Rolex Auszeichnung für Dr. Lü

Dr. Lü hat nie etwas über Naturschutzbiologie gelernt. Sie sagt, man könne das nicht in Schulzimmern lernen. Sie hat es am eigenen Körper miterlebt, was Naturschutz heisst. Man erlebt Naturschutz spontan. Dr. Lü meint, Naturschutz sei mehr ein Gefühl oder eine Lebensform als eine Theorie für Schulzimmer.

Im Naturschutz, wie auch in vielen anderen Bereichen des Lebens, lerne man eher über das Scheitern, als über den Erfolg. Erfolg sei ein Zufall, Scheitern vorprogrammiert.

Ich bin an ihren Lippen gehängt und die Zeit verging im Flug.

Das einzige Ziel, das wir im Naturschutz erreichen können ist „co-existence“. Zusammenleben mit der Natur. Wir sind soviele (besonders in China), dass es gar keine anderen Lösungen mehr gibt. „Inclusion“ nennt sich das. Der Engadiner Nationalpark, wie auch viele Nationalparks in Südafrika, arbeiten nach dem Prinzip der „Exclusion“, d.h. dass man ein Gebiet abschirmt und schützt. Bei der Inclusion müssen die Leute lernen, mit der Natur zusammen zu leben. Für mich ist der Rest von Graubünden ein Beispiel der Inclusion.

China hat die grösste Dichte an Grossraubtieren der Welt. In Ripple et al. 2014 lässt sich das alles nachschlagen. Einige Populationen sind am wachsen. Die Mehrheit der Populationen sind am abnehmen. Man weiss aber kaum was wirklich abgeht. Wildtierpopulationen in China sind nicht wirklich gut erforscht. Dr. Lü möchte das ändern. Sie macht Datenerhebungen und publiziert alles auf einer Webseite. Öffentlich zugänglich. Sie wird die Webseite am 22. Mai veröffentlichen, am Internationalen Tag der Biodiversität.

Grösste Dichten an Grossraubtieren auf der Welt

China hat 2500 Nationalparks, die geschützt sind. Das entspricht etwa 5% der Fläche von China. Die grösste Biodiversität findet man in den tropischen warmen Gebieten im Westen und auf dem Plateau von Tibet. Dr. Lü hat einige nicht ganz politisch korrekte Witze gemacht über Tibet. Für sie ist Tibet ganz klar ein Teil von China. Tibet ist einer der am wenigsten verschmutzten und am wenigsten bevölkerten Teile von China. Die Leute leben da in friedlichem Zusammenleben mit der Natur. Dr. Lü möchte davon lernen. Für sie ist klar, dass in Tibet eine Evolution des Zusammenlebens stattgefunden hat. Mehr dazu später.

Fleischesser

Ökologie mit Wolf

Die Bilder stammen aus diesem Artikel: Science Artikel

Dr. Lü und ihre Studenten haben auch in den meistbevölkerten Teilen von China, wie z.B. in Peking Daten erfasst. Sie war überrascht, wieviele Tierarten sie in Peking selber, in Stadtpärken zum Beispiel, finden konnten. In einem kleinen Park auf dem Campus der Uni haben sie 209 verschiedene Vogelarten gefunden. Die Regierung möchte aber die meisten Parks in Bauland umwandeln. Nun hat sich eine Gruppe von Schülern und Studenten zusammengeschlossen mit dem Ziel, diese natürlichen Oasen der Biodiversität zu schützen. Es ist ihnen wichtig, Zugang zur Natur zu haben. Sie sehen dies als Lebensqualität.

In China ist die Abwanderung vom Land auf die Stadt enorm. Es gibt kaum noch Kleinbauern auf dem Land. Viele Holzindustrien und Grossbauern holzen deshalb die Wälder ab und versuchen, daraus Profit zu machen. Dr. Lü hat ein kleines Programm gestartet, wo sie jungen Bauern hilft, Honig herzustellen. Waldbienenhonig. Nun bleiben einige junge Leute auf dem Land und züchten Bienen. Damit bleibt der Wald erhalten und die Einnahmen reichen gerade, um die Dörfer am Leben zu erhalten. Es ist nun für die jungen Bauern lukrativer auf dem Land zu bleiben als in die Stadt abzuwandern. Eine kleine Erfolgsgeschichte. Auch für die Pandas.

Auf dem Plateau von Tibet gibt es wilde Huftiere, Bären, Wölfe und Leoparden. Daneben haben Bauern und Nomaden aber auch seit Jahrtausenden Haustiere wie Schafe und Ziegen gehalten. Irgendwie scheint das Zusammenleben zu funktionieren. Das könnte daran liegen, dass sich die Raubtiere hauptsächlich von Wild ernähren. Ziegen- und Schafpopulationen sind dafür vom Angebot an Gras abhängig. Es gibt also kaum Konkurrenz zwischen den Bauern und den Raubtieren. Die Raubtiere essen wild und die Bauern essen Schafe und Ziegen. Aus religiösen Gründen. Und hier scheint der Kern des Zusammenlebens zu liegen- in der Buddhistischen Religion. Für Buddhisten sind die meisten Gebiete um die Klöster nämlich heiliges Land. Sie töten keine Tiere, die darin vorkommen. Die Priester verkünden auch, man solle alle Tiere ehren und schützen. So gibt es eine direkte Korrelation zwischen dem Auftreten der Buddhisten und der Biodiversität in der Natur. In anderen Worten könnte man sagen, dass der Schneeleopard dank den Buddhisten da oben überleben konnte.

Diese Studie über die Buddhisten in Tibet haben Dr. Lü, geboren und aufgewachsen in Peking, optimistisch gestimmt für die Zukunft der Menschheit – obwohl sie nicht an die von Menschen organisierte Religion glaubt. Die ist nämlich meistens mit Korruption verbunden. Aber dazu ein andermal.

Eine Studentin in Dr. Lü’s Gruppe macht eine Studie mit Umfragen in chinesischen Haushalten. Bei der Studie kam heraus, dass die meisten Leute Angst haben vor Bären, den Wolf hassen und dem Schneeleoparden gegenüber keine Gefühle zeigen. Auf den Hochplateaus, wo die Leute mit diesen Tieren zusammenleben haben sich mehrere Lösungen herauskristallisiert. Bauern arbeiten zusammen als Kooperation. Sie teilen sich die besten Graslandschaften um den Ertrag zu erhöhen, statt dass jeder in seinem mittelmässigen Stück arbeitet. Jeder zahlt dabei in eine Art Versicherung ein. Diese Dorfversicherung deckt Umweltschäden, z.B. durch Raubtiere. Jeder versucht jedoch, Massnahmen zu ergreifen um solche Schäden zu vermeiden. Die Versicherung zahlt nämlich weniger als so ein Schaf oder eine Ziege auf dem Markt wert ist. Falls doch etwas passiert wird man entschädigt. Die Versicherung wurde von den Dorfleuten gegründet und ist vollständig transparent. Dr. Lü konnte die Regierung davon überzeugen, solche Versicherungen finanziell zu unterstützen. So eine Kompensationslösung erleichtert das Zusammenleben mit Grossraubtieren.

Buddhistische Priester, die die Leute über das Ökosystem unterrichten, werden nun auch vom Staat bezahlt. So ist es möglich, dass ein gesundes Ökosystem erhalten bleibt und den Dorfbewohnern ein Überleben ermöglicht. Es sieht so aus, als ob der Buddhismus, eine spirituelle Lebensweise, den Naturschutz da oben ermöglicht.

Artikel über Mönche und Schneeleoparden

Zusammenleben von Buddhistischen Mönchen und Schneeleoparden

Und jetzt, in 4 Minuten, treffe ich Dr. Lü für ein persönliches Gespräch 😉

 

Jetzt bin ich zurück. Was ich vorher noch nicht wusste, aber jetzt gelernt habe ist, dass man in Tibet Hirten ausbilden möchte, die das Ökosystem verstehen und die Graslandschaften auch im Klimawandel nachhaltig bewirtschaften können. Denn jetzt, wo es wärmer wird tauen Permafrostböden auf, es gibt unregelmässigen, starken Niederschlag und es wird wärmer auf dem Plateau. Das verändert das ganze Ökosystem. Für diese Ausbildung von Hirten haben sie zwei Schweizer angestellt. Die Schweiz dient als Vorbild für die nachhaltige Naturweidewirtschaft (Pastoralismus). Andere Beispiele für diese Lebensweise sind übrigens Rentiere in Nordschweden, Islandpferde auf Island oder Bisons in Nordamerika. Die pastorale Viehhaltung ist extensiv und die domestizierten Arten ersetzen die Nische im Ökosystem, die früher durch wilde Arten besetzt war.

First meeting – Berkeley Spouses, Partners and Parents Association (April 13th 2017)

 

Affordable entertainment around UC Berkeley

for those with family and kids

 

Places to go on public transportation

Via BART

  • Children’s Creativity Museum (BART stops Montgomery or Powell Street) http://creativity.org
  • Oakland Museum of California (BART stop Lake Merritt; become a family member and get a year of free entrances for the whole family and two friends) http://museumca.org

 

Via BART/MUNI

 

Via BART/AC Transit

  • Oakland Zoo (BART to the Coliseum and then bus #46 until the zoo; better than SF zoo for young kids!) http://oaklandzoo.org

 

Via AC Transit

 

Within walking distance of campus

  • Public library (free! a huge library organizing special events like readings or playing with Lego, get their calendar!; 2090 Kittredge St.) http://berkeleypubliclibrary.org
  • Monterey Market (affordable local and organic vegetables, they also have veggies from everywhere for the homesick!; 1550 Hopkins St.) http://montereymarket.com
  • Live Oak (separated areas for small and older ones, a good place to meet people; 1301 Shattuck Ave)

 

Free local events

  • Annual Discovery Day at AT&T Park, San Francisco (meet local scientists; November 2017)
  • Harvest Festival, Berkeley (urban farming, celebrating food; October 2017)
  • Bay Area Discovery Museum, Sausalito (free every Wednesday; 557 McReynolds Road; take BART to Civic Center and then bus #30 to Alexander Ave) http://bayareadiscoverymuseum.org
  • Berkeley Botanical Garden (free first Wednesday every month, free for UC Berkeley staff & students; bus #52 to Greek Theater, walk from there. Difficult with stroller!)
  • Tilden Little Farm (free! bus #65 towards Euclid, get out at Grizzly Peak)
  • YWCA (volunteer-run information and events for toddlers; every Thursday morning from 10-12 at 2600 Bancroft Way) http://ywca-berkeley.org
  • Adventure Playground Berkeley Marina (every Saturday kids can build and paint their own playground structures here; bus #51B to Berkeley Amtrak)

Feldarbeit mit Gabe

Ich sitze gerade am Middle Fork Sproul Creek und warte bis unser Driftnetz für zwei Stunden aquatische Insekten aus dem Fluss gesammelt hat. Es ist unser letzter Tag im Feld für diesen Ausflug.

Google Map

Wir waren vier Tage im Feld und haben hart gearbeitet wie Ackerpferde. Jeden Tag an einem anderen Fluss. Ich habe sehr viel über Ökologie gelernt. Flussökologie. Wir haben immer zuerst fünf Transekte ausgewählt und deren Flusstiefe und Fliessgeschwindigkeit bestimmt. Dann haben wir an vielen verschiedenen Stellen gemessen, wieviele Algen es hat und wieviel Photosynthese die betreiben. An den gleichen Stellen haben wir auch aquatische Insekten gefangen und mitgenommen. Dann haben wir mit Elektrofischen, Fliegenfischen und Schnorcheln möglichst viele Fische gefangen. Diese wurden dann gleich an Ort und Stelle betäubt, gemessen, besendert und sie mussten uns einiges hergeben: Gewebeproben, Schuppen, Mageninhalt und Stuhl. Jeweils am Abend haben wir dann für zwei Stunden unsere Driftnetze aufgestellt und ein Kamerasystem installiert um die Fische zu filmen und zu messen wieviel Futter den Bach hinunterfliesst.

Ich bin ganz glücklich. Die Umgebung hier ist wunderschön. Es hat überall Giant Redwoods. Meine neuen Baumfreunde. Ich habe Chinook salmon, Coho salmon und neben den Regenbogenforellen auch ein paar Steelheads gefangen. Die Arbeitsgruppe ist sehr angenehm. Wir sind fünf Leute und jeder ist voll bei der Sache. Wir arbeiten jeweils bei Tageslicht, d.h. früh auf und spät underi. Gegessen haben wir unsere Snacks. Das Projekt ist ein Teil von Gabriel Rossi’s Doktorarbeit. Eine Bachelorstudentin – Shelley – war dabei, die werden hier ‚undergrads’ genannt, und zwei Doktoranden, Suzanne und Brian. Shelley ist auf aquatische Insekten spezialisiert. Sie ist ein absoluter Profi in deren Bestimmung. Brian’s Fachwissen liegt in Geologie und Hydrologie. Suzanne und ich untersuchen diesen Sommer die verschiedenen Lebensformen der Regenbogenforelle. Die Stimmung war richtig gut obwohl wir kaum geschlafen haben. Heute morgen früh sind wir zum Abschluss in eine Stadt gefahren und haben fett Zmorgen gegessen mit Omeletten, Speck, Avocados, Eiern und Bohnen. Und viel Kaffee. Danach waren wir parat für den letzten Tag.

Die ersten zwei Tag waren wir in Mendocino County und die letzten beiden in Humboldt County. Wir arbeiten mitten in der Wildnis. Es riecht die ganze Zeit nach Cannabis. Die Plantagen sind wohl nicht weit weg. Der letzte Fluss, den wir beprobt haben gehört zum Land eines Holzfällers. Er wird bald pensioniert und möchte sein Land verkaufen. Es würde ihn glücklich machen, das Land einer Naturschutzorganisation zu verkaufen. Er hat 1 Million Dollar dafür verlangt. Das hat sich herumgesprochen und eine Gruppe von Cannabis Bauern hat ihm nun 14 Millionen Dollar angeboten, falls er das Land ihnen verkauft.

Ich habe sehr viel gelernt. Es ist mir eine grosse Ehre, mit den Mary Power Leuten zusammenzuarbeiten. Ich habe auch einige Pläne für meine eigene Sommerfeldarbeit geschmiedet. Jetzt muss ich nur noch die Zeit und das Geld finden, um im Labor ein paar Tests durchzuführen bevor es richtig losgeht.

Poison Oak

Diese Pflanzen verteilen ein giftiges Öl auf das man sehr allergisch reagieren kann. Schlimmer als ein Bienenstich oder ein ganzer Ameisenhaufen!

 

Steelhead

Eine juvenile Regenbogenforelle die sich zum Steelhead verwandet – ein Smolt.

Coho – Silberlachs

Giant salmon – Riesen Lachs

Chinook – Königslachs

Der Fatometer!

Gabe besorgt unser Abendessen…

Immer diese Biologen

Das Nachtlager…

alleine mit den kiddos

Hier ein paar Eindrücke der letzten Tage.

Ich war alleine mit Linnea und Jacoby. Donny hat Ferien in Houston gemacht. Mit seinen Eltern, seinen Freunden, und dem Jubiläum 50 Jahre KTRU! Jandek war auch da. Da bin ich richtig neidisch.

Linnea, Jacoby und ich hatten auch eine gute Zeit. Ich konnte die Arbeit aber nicht lassen. So kamen wir zum ersten Mal in den Genuss von richtiger Fremdbetreuung. Es ging gut. Aber es war teuer.

Ich habe meinen Vortrag für morgen geschrieben. Dafür habe ich schöne Kleider gebraucht. Im Target war Ausverkauf. Also sind wir hin. Alle 3. Jacoby hat Panik gekriegt in der Umkleidekabine. Wie macht man das mit Kindern?

Ich musste meine Sachen für die erste Expedition in die Wildnis – für Feldarbeit – packen. Das UC Berkeley Angelo Coast Reserve ist einer der letzten, richtig wilden und alten Wälder in Kalifornien. Trump möchte ihn wegnehmen. Dieses Jahr ist es also besonders wichtig, dass wir oft dahinfahren und spannende Forschung machen um zu beweisen, dass der Park sich für die Uni lohnt. Leider. Damit ich niemanden störe bin ich mit den Kindern spätabends an die Uni. Wir haben im Labor alles zusammengesucht. Es ging richtig gut. Céline Caseys hat mir erzählt, dass an der Uni von Britisch Kolumbien (heisst das so auf Deutsch? UBC Vancouver) die Mütter ihre Kinder mit ins Büro mitnehmen müssen (auch zu normalen Arbeitszeiten) da es keine erschwinglichen KITAs für Kinder gibt. Hier wollen wir das ändern. Mit unserem Verein für Eltern in der Wissenschaft. Im Moment sind wir an der Webseite dran. Für den 11. Mai habe ich einen Workshop organisiert wo wir miteinander erschwingliche Kinderbetreuung finden und erschaffen werden.

Dann waren wir mit Russell im Museum über Kalifornien. Russell und Linnea haben zusammen ihre Einbildungskraft getestet. Mit Russell macht es Spass. Ich habe sehr viel Respekt für seine Forschung. Ein Klasse Typ. Artikel im Nature Magazin über Russell

Am Samstag waren wir auch noch am UC Davis Picknick Tag. Es hatte mehr als 200’000 Leute. Linnea hat es sehr gut gefallen. Céline auch. Obwohl sie wohl nicht mehr ganz sicher ist, ob das klappt mit Kindern und Wissenschaft. Ich finde, es soll besser werden.



Momentum

Today from 9-11 Donny and I taught preschoolers about Western Pond Turtles at Jewel Lake in Tilden Park, Berkeley.

 

From 11:30 until 13:30 I co-led the first informational meeting of the Berkeley Association for Postdoc Parents. We want to make Berkeley the most parent-friendly scientific community. This following one broke my heart. Isolation for the expatriate community is real:

“ I want to take part in some classes about how to take care of a baby. My baby is 11-months old. She stays with me every day. She needs some friends. I need some skills for feeding her. I want to be a better mother.“

 

And from 16-18 I presented at Mary Power’s group meeting. I told people about my experiments last winter. About bacteria in sperm (milt) of brown trout.

 

This was one of the most important, interesting and rewarding days of my life. I love these people from all over the world. I love my life. I love my family.

 

Cal-Neva AFS 2017

The whole Carlson group went to a conference last week! We headed up north to Eureka to attend the annual Cal-Neva Chapter meeting of the American Fisheries Society. There were four concurrent sessions of people presenting their fish-related work. All Carlson group members also contributed with oral or poster presentations. I learned a lot about the local ongoing work on salmonids, sturgeon, and the Garibaldi. Gabriel Rossi introduced the concept of asking fish about environmental changes in their habitat. He is video recording juvenile steelheads to measure fish behavior in time and space. His method is relatively cheap and produces videos that can be quantified using a really good software. Gabe’s bottom-up approach represents an efficient way to learn about food availabilities and hydraulics in freshwater system.

One whole afternoon was devoted to talks on the impact of cannabis production on the local environment. It was very sobering to hear about all the negative effects of illegal marijuana plantations on headwater streams. Karen Pope explained that headwater streams act as a refuge for many species. When the climate is warming, species often move to cooler environments. On average species have moved 1km per decade during the last century. Headwaters are usually colder than the rest and allow heat-sensitive species to escape. These headwaters are however also often the places where illegal pot growers build up their camps. In summary, illegal marijuana growers need to produce a big yield within one season (before they are being discovered in remote areas). This is only possible with an extremely high usage of fertilizers, herbicides and pesticides. These compounds will then be released into the system and cause irreversible damage to the pristine environments. Water is usually just taken out of the rivers to irrigate the plantations. Moreover, the guards of these plantations usually camp the whole summer out there and produce a lot of waste. They shoot any potential trespasser; humans, bears, rodents. If you want to read more about this environmental problem click here: Drug War! On the other side I should also mention that places like Eureka, where we all met, or also Arcata, its prettier neighbor, profit a lot from these new economic enterprises. These plantations bring new opportunities for money and make everybody in the communities richer. This results in a greater variety of convenience stores, better tourist attractions, and not least also better schools! A two sided sword!

After I was so excited and still thinking about Gabe’s video recording, Phil Georgakakos convinced me that sometimes snorkeling is the only option! Especially if your goal is to survey intermittent streams for fish community diversity and abundance. I want to finish my recap on the Cal-Neva meeting with Travis Apgar’s talk (and poster) on his most recent paper about steelhead conservation. Travis took the relative frequencies of resident vs. migratory O. mykiss genotypes across different watersheds in California. He related the skew of resident vs. migratory genotypes to natural and anthropogenic dams in the environment and quantified how much the dams affected the overrepresentation of residents at a given location. If we assume that historically California was dominated by the migratory genotype (steelheads) than we could attribute the deviation from this expected distribution to the implementation of dams. Travis and his co-authors recommend removing dams to help the migratory form. Moreover, they argue that the removal of several small anthropogenic dams is much cheaper than removing a big dam and its accumulative effect will restore higher ratios of the migratory life form. Here is their Paper!

 

 

My family accompanied me during the conference. We rented again (!) a nice campervan at escapecampervan.com and were prepared to sleep in it. However, Gabe was nice enough to offer us a room in his beautiful house in Arcata! His current renter family, Michelle, Chris and their kids, also let us use their kitchen and bathroom. We spent a wonderful time there and are very glad we could stay there!

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One night we invited ourselves to Michael Pulley’s house, an old friend of Donny’s who he had not seen for over 17 years! I got to know Mike, his wife and his amazing three daughters and we really enjoyed reconnecting. Linnea found a good friend with similar interests. We will be back!

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On the long car ride down, back to Berkeley, we took the Avenue of the Giants and slept again in the car. I very much want to go back there. My first encounter with the giant redwoods was very touching. I did not expect that I could connect to a tree. I suddenly felt the urgent need to hug him. Such an intense feeling!

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Linnea watching the giant redwood trees out of the campervan window.

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Click on this picture to enlarge it! Beauty.

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Our campervan ‚Pinball‘

 

And after we also made it through this landslide, we headed towards the Lost Coast!

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Two hungry animals at the Russian River.

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Im politischen Geschehen

Jede Woche ein Blog Beitrag. Und wenn ich bei der Arbeit zuviel zu tun habe um einen akademischen Beitrag zu schreiben, dann bleibt es bei einem Privateintrag über unser neues Zuhause.

 

Hier die ‚Murals‘ von San Francisco im Missions Quartier. Die sind wahnsinnig eindrücklich und  haben mich sehr nachdenklich gestimmt.

 

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Ennio

Ennio

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Shoot Trump…

Ein Auge im Krieg, eines im Frieden.

Ein Auge im Krieg, eines im Frieden.

Donny’s Liebling. Imitation, die weisseste Form von Geschmeichel.

Rest in peace.

Rest in peace.

Der Mann im Wald. Das älteste Bild im Quartier, das immer bestehen konnte und nicht übermalen wurde.

Der Mann im Wald. Das älteste Bild im Quartier, das immer bestehen konnte und nicht übermalen wurde.

Boykott Google! And Mac and Facebook ;-)

Boykott Google! And Mac and Facebook 😉

Das war das absolut beste Hammerbild! Richtig Klasse.

Das war das absolut beste Hammerbild! Richtig Klasse.

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Diese Kinder suchen ein neues Zuhause

Diese Kinder suchen ein neues Zuhause

dieses Augen!

dieses Augen!