Living with Wolves in California

Wildlife seminar by Kent Laudon

Es ist wieder einmal an der Zeit einen Blog auf Deutsch zu erfassen. Es geht um Wölfe. Kent Laudon arbeitet für die Behörden. Er ist sozusagen ein Amtsbiologe. Er hat sich auf Wölfe spezialisiert.

Der Raum ist voll. Ich habe ihn noch nie so vollgestopft gesehen. Absolut soziopolitisch. Kalifornien hat seit ein paar Jahren ein Wolfsrudel. Genau wie Graubünden.

Im Vergleich zu Graubünden ist die Geschichte hier etwas anders verlaufen. Die Europäer haben Nutztiere mitgebracht und alle natürlichen Raubtiere ausgerottet. Die Wölfe in Kalifornien wurden ganz ausgerottet, Bären nur teilweise. Seit 1996 (etwa 100 Jahre später) wandern Wölfe wieder ein aus Kanada.

Im Vortrag geht es vor allem und Sichtungen von Wölfen. Alle Wölfe hier tragen Halsbänder mit Sendern. Das Amt hier weiss genau wo die Wölfe sind. Laudon fährt mit seinem riesigen Pick-up truck durch den Wald, sein Mountain Bike im Kofferraum und sucht Signale seiner Wölfe. Amt für Jagd und Fischerei auf Amerikanisch. Wenn die Wölfe sich in die Wildnis zurückziehen steigen die Biologen auf Pferde um. Freiwillige Mitarbeiter hat es genug. Sogar ehemalige Förster und aktive Jäger.

Ich nehme nicht viel mit vom Vortrag ausser ein paar schönen Erinnerungen, Fotos und Videos. Was mich erstaunt ist wie weit die Wölfe wandern jeden Tag. Die Karte zeigt Idaho, Oregon und Kalifornien und der Wolf läuft darin herum wie auf einem Fussballfeld. Schnell einmal 100km at Tag.

Auch sehr spannend sind die Videoaufnahmen im Juli 2015 wo am gleichen Tag Wölfe und Bären zu sehen sind.

Wölfe laufen gerne auf Strassen und Wanderwegen. Hier in Kalifornien benutzen sie auch Flüsse, die im Sommer austrocknen als Korridore.

Die Mehrheit der Bevölkerung in Kalifornien lebt immer noch im 1924 als die Wölfe erfolgreich ausgerottet wurden. Kent sieht seinen Job vor allem darin, mit Leuten zu reden und aufzuklären. Was fehlt im grossen Teil der Bevölkerung sind Grundkenntnisse der Ökologie ihrer eigenen Umwelt. Als Beispiel dazu zeigt Kent wie sich die Populationsdichte der Wölfe an die der Hirsche anpasst. Wenn es viele Hirsche hat, dann vermehren sich die Wölfe. Dann essen sie viele Hirsche und deren Population bricht zusammen. Ein Jahr später bricht die Wolfpopulation ein und die Hirsche können sich wieder erholen (Daten aus Wisconsin).

Für die mit Grundkenntnissen auf Englisch habe ich hier noch ein paar sehr spannende Unterlagen. Und das hier. Adrian Treves konnte sehr schön aufzeigen und quantiativ bestätigen, dass der kontrollierte Abschuss von Wölfen durch die Regierung dem Ruf des Wolfes schadet. Wenn die Bevölkerung sieht dass die Regierung eine geschützte Art abschiesst, dann empfinden sie den Wolf nicht mehr als schützenswert. In einigen Gebieten hat das sogar dazu geführt, dass Jagdfrevel zugenommen hat.

Als ich Kent darauf angesprochen habe, hat er ganz aggressiv reagiert. Wie immer. Wölfe = Emotionen. Er meinte, es sei die Aufgabe der Regierung, die Wolfspopulation zu kontrollieren und regulieren. Er sagt das, nachdem er gerade das Raubtier-Beutetiere Schema gezeigt hat.

Ich habe mich hier reingesetzt für eine Pause von einem langen Tag im Büro. Es war erfrischend. Ich habe viel an unsere Calanda Wölfe gedacht. Vor ein paar Tagen habe ich nach langer Zeit wieder einmal eine Nachricht von einem Freund aus Graubünden erhalten. Das hat mich riesig gefreut. Es haben mich also noch nicht alle vergessen daheim. Passt gut auf eure Wölfe auf! Gell Ueli! Liebe Grüsse.

Einmal um die Sonne mit den Calanda Wölfen

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