Kurt Fausch – Lessons on connectivity and connections from four decades of research on rivers

Der Ökologie Professor von der Colorado State University – Kurt Fausch – hält heute einen Vortrag an der Universität Berkeley. Er ist diese Woche zu Gast in unserer Gruppe.

Ich schreibe wieder einmal einen Beitrag auf Deutsch. Das Thema ist aktuell und extrem wichtig, auch in nicht-englischsprachigen Ländern.

Das Bild ist von Kurt’s Webseite wo sein Buch beschrieben ist ‚For the Love of Rivers‘: http://fortheloveofrivers.com/

Ich durfte gestern etwas Zeit mit Kurt verbringen und ihn zum Mittagessen einladen. Dabei hat sich herausgestellt, dass Kurt’s Grossvater, ein Bauer von Seewis im Prättigau, nach Minnesota ausgewandert ist. Nach dem ersten Winter in der eisigen Kälte mit drei kleinen Kindern haben sich die Prättigauer entschieden, nach Colorado weiterzuziehen. Kurt’s Vater hat im zweiten Weltkrieg in Japan gekämpft. Als er zurück kam wurde er Professor an der Cal Poly Universität in Pomona, CA, das ist in Südkalifornien.Er war einer der ersten Professoren im Animal Science Department und hat Genetik anhand von Merkmalen studiert. Sein Fachgebiet war die Zucht von Nutztieren und die Vererbung von Merkmalen wie zum Beispiel der Anteil von Wolle in Schafen, oder Rückenfett in Schweinen.

Jetzt gehts los.

Kurt hat sein ganzes Leben davon geträumt, einmal einen Vortrag an der UC Berkeley halten zu dürfen. Jetzt ist er hier.

In seinem Vortrag geht es um die Bedeutung von Flüssen für Fische und Menschen. Kurt’s Karriere wurde stark von Shigeru Nakano beeinflusst, einem Ökologen aus Japan. Die beiden haben Experimente durchgeführt um zu zeigen wie Flüsse und Wälder verbunden sind und das ganze ein Ökosystem darstellt und nicht zwei unabhängige Systeme. Dazumal dachte man, dass Flüsse vor allem einfach Dinge aufnehmen wie Blätter, Sträucher und Bäume die reinfallen. Es hat sich niemand Gedanken darüber gemacht, ob der Fluss auch wichtig ist für seine Umgebung. Nakano hatte die Idee, ein Dach über einen Fluss zu bauen, das den Fluss vom Umgebungswald abtrennte. In diesem Experiment konnten sie zeigen, dass der Fluss als Lebensraum für viele ‚Waldinsekten‘ dient und wie ‚Waldinsekten‘ als essentielle Nahrungsmittel für Fische dienen. Die Experimente wurden auf der ganzen Welt wiederholt und haben viele spannende Interaktionen auf mehreren trophischen Ebenen offengelegt.

Zum Beispiel Vögel und Fledermäuse in Wäldern beziehen einen Viertel ihrer Nahrung aus den Flüssen. Oft fällt das Auftauchen von Mückenlarven in den Flüssen zusammen mit der Jungenaufzucht und ist essentiell für diese Mütter, um ihre Jungen über die Runden zu bringen.

Kurt sagt, Fischbiologen, die in Flüssen arbeiten, sollen ab und zu aufstehen und herumschauen, was um den Fluss herum lebt und fliegt und kriecht.

Shigeru Nakano hat im Jahr 2000 Mary Power besucht und sie hat ihm ihr Angelo Coast Range Reserve gezeigt. Mehr über den Angelo Park hier. Ein Tag später hat Shigeru einen Ausflug gemacht in die Sea of Cortez. Er wollte auf eine Insel um dort Feldarbeit zu erledigen. Das Boot ist verunglückt und er ist nie wieder aufgetaucht.

Er war Kurt’s Freund und Kurt hat einen Artikel über ihn geschrieben. Hier ist ein paper über die wichtigsten Erkenntnisse von Nakano.

Alle grossen Fische in Süsswasser Systemen brauchen verschiedene Habitate um zu überleben. Futterstellen sind nicht am gleichen Ort wie Laichgebiete. Um diese Habitate zu erreichen legen sie Distanzen zurück. Zum Teil sehr grosse Distanzen, wenn man zum Beispiel an Lachse denkt. Da Fische schwimmen brauchen sie ein intaktes Flusssystem ohne Lücken oder Barrieren. Kurt konnte in einem Fluss in Colorado nicht nur zeigen, wie wichtig das lückenlose Flusssystem ist, sondern auch wie unabdingbar die verschiedenen Habitate darin sind. Fische brauchen Pools und Stromschnellen. Zum einen wachsen darin verschiedene Insekten als Futter und zum anderen können sie sich an Stellen mit optimalen Wassertemperaturen zurückziehen. Fische brauchen als nicht nur Flüsse sondern ganze Flusslandschaften.

Der kritische Leser fragt sich nun vielleicht wie es kommt, dass an vielen Orten, wie zum Beispiel in der Schweiz, Forellen überleben können, die auf kleine Strecken beschränkt sind. Denen geht es doch ganz gut? In West Brook, Massachusetts haben Yoichiro Kanno et al. gezeigt, wie ein einziger Störfaktor so eine Bachsaibling Population zugrunde gerichtet hat. Diese Population lebte in einem Flussabschnitt von 6km obwohl sie ursprüngliche Wanderforellen waren. Nachdem Holzfäller einen kleinen Zufluss abgezweigt haben weil sie eine Strasse im Wald brauchten, ist die Fischpopulation ausgestorben. Diese Population war nicht belastbar weil ihr Habitat so einseitig war.

Kurt beendet seinen Vortrag mit der Einsicht, wie wichtig Flüsse auch für Menschen sind.

Das Geräusch von Flüssen oder schon nur die Ansicht von Flüssen auf Fotos wirkt beruhigend auf uns. Zum Beispiel beim Zahnarzt. Er ist überzeugt davon, dass Flüsse zur Evolutionsgeschichte von Menschen gehören. Wir leben erst seit ein paar hundert Jahren in Städten. Zuvor haben wir an Flüssen gelebt. In Zukunft werden wir mehr Wasser brauchen. Für Strom und zum Trinken. Wenn Flüsse verschwinden, dann werden die Fische verschwinden und die Tiere in den Wäldern. Kurt schlägt vor, dass wir eine Ethik Kommission gründen, die sich um die Bewirtschaftung der Flüsse kümmert.

Eine Studentin fragt, wie wir unsere Flüsse in Zukunft erhalten können, wenn die Landwirtschaft soviel Wasser braucht um uns zu ernähren?

Independent Polar Fox Hunter is back in Civilization

Ich möchte gar nicht so viel schreiben. Voller Eindrücke.

Lerne mehr über Prof. Anders Angerbjörn und seine Polarfüchse auf seiner Webseite!

Zwerggans, Spiessente, Pfeifente, Krickente, Reiherente, Trauerente, Samtente, Eisente, Schellente, Mittelsäger, Steinadler, Rauhfussbussard, Alpenschneehuhn (ripa), Auerhuhn, Kranich, Sandregenpfeifer (der geile Siech mit der Sonnenbrille und dem Schal), Goldregenpfeifer (ljungpipare), Alpenstrandläufer, Temminckstrandläufer, Rotschenkel, Bekassine, Odinshühnchen, Falkenraubmöwe (fjälllapp), Sturmmöwe, Wiesenpieper (Ängspiplärka), Bachstelze, Gartenrotschwanz, Steinschmätzer (stenchat), Rotdrossel, Fitis, Dohle, Nebelkrähe, Kolkrabe, Grünfink, Schneeammer, Spornammer.

Carex bigelowii, Krähenbeere (krakbär), Hönsbär, Moltebär, Betula nana, Trollius europaeus (smörbollar), Aconitum septemtrionale (nordisk stormhatt), Saxifraga stellaris (stjärnbräcka), Heracleum archangelica (fjällkvanne), Euphrasia hyperborea (tromsögontrost), Pedicularis sceptrum-carolinum (Kungen Carl’s spira), Dactylorhiza maculata (Jungfru Marie nycklar).

Feldarbeit. Extrem. Kalt für Sommer. Immer Sonne. Heiss. Myggor och knott (mosquitoes and black flies). Sprachengemisch. Supervisor. Professor. Meine Kollegen, die Spinnen. Die Schnaken im Zelt. Unheimlich viel Raum. Wenig Zeit. Vermisste Musik und Spaghetti Napoli mit viel Käse. Digestive. Rentiere. Bin zum ersten Mal richtig braun. Mitternachtssonne. Sauna mit Bier. 20km am Tag mit schwerem Rucksack. Den Observations in 1h30min-Schichten, Walking Observations, Linjeinventering, Percentage Vegetation Cover, Lämmelbon, Hermelinbon, Hermelin-, Lemming-, Hare-, Fox-, Wolverine- and ripa- feces => Silica-Gel. Traps for voles, lemmings and foxes. Weighting, measuring, tagging, recapturing for more measurements.

Der Goldregenpfeifer macht etwa von elf bis zwei Uhr in der Nacht Pause. Sonst ruft er kontinuierlich.

Wenn man da draussen alleine ist, und alles einfach auf sich wirken lässt, dann bleibt man plötzlich stehen und es geschehen die wundersamsten Dinge. Ich habe in mich hinein gehört. Und das war neu. Ich bin manchmal traurig und glücklich gleichzeitig. Und ich bin gern allein. Ich denke an meine Familie. Am meisten an Mami, Papi, Zorro, Grossvati, Jon Paulin und nicht zuletzt meinen Partner. Ich hatte sehr intensive Träume. Ich werde wieder da raus gehen für Forschung. Zuerst geniesse ich jetzt aber die Vorteile der Zivilisation in vollen Zügen.

Prof. Anders Angerbjörn